Technik
Wasser, Strom, Abwasser: die Anschlüsse eines Tiny House
Kurz gesagt
Ein Tiny House wird an Wasser, Strom und Abwasser angeschlossen oder versorgt sich selbst. Ein dauerhafter Anschluss an die Netze setzt voraus, dass die Aufstellung genehmigt ist. Ohne Kanalisation (tout-à-l’égout) wird die private Abwasseranlage vom SPANC (öffentlicher Dienst für dezentrale Abwasserentsorgung) kontrolliert; Trockentoiletten sind unter Bedingungen erlaubt.
Ein Tiny House braucht dieselben Leistungen wie ein Haus: Trinkwasser, Strom und eine Lösung für das Abwasser. Es gibt zwei Ansätze, die sich kombinieren lassen: den Anschluss an die öffentlichen Netze oder die Selbstversorgung. Die richtige Wahl hängt vom Grundstück, von der Nutzung und vom Status des Hauses ab.
Was bei unseren Tiny Houses vorgesehen ist
Beim Skywood und beim Sharewood sind die Anschlusspunkte standardisiert:
- Strom: Einspeisung über eine einphasige 32-A-Kupplung (Buchse).
- Wasser: Wasserzulauf in 16-mm-Mehrschichtverbundrohr, mit einem Absperrventil am Außenanschluss; Innenleitungen aus vernetztem Polyethylen (PE-X).
- Abwasser: Abgänge mit 50 mm (Spüle, Waschbecken, Duschtasse), zusammengeführt in einem PVC-Rohr mit 100 mm, mit gedichteten Muffen.
Diese Abgänge werden an die bis an die Grenze des Stellplatzes geführten Netze oder an autarke Anlagen angeschlossen.
Kann man ein Tiny House an die öffentlichen Netze anschließen?
Ja, wenn die Aufstellung rechtmäßig ist. Artikel L111-12 des französischen Städtebaugesetzbuchs (Code de l’urbanisme) verbietet den dauerhaften Anschluss von Bauten und Anlagen an Strom, Wasser, Gas oder Telefon, die hätten genehmigt werden müssen und nicht genehmigt wurden. Eine erteilte Bauvoranzeige (déclaration préalable) oder Baugenehmigung ist also die Voraussetzung für jeden dauerhaften Anschluss. Siehe unseren Ratgeber Baugenehmigung oder Bauvoranzeige.
Die Anschlussanträge stellt man beim Betreiber des jeweiligen Netzes (Stromnetzbetreiber, Wasserversorger der Gemeinde oder des Gemeindeverbands). Fristen und Kosten hängen von der Entfernung zwischen Netz und Standort des Hauses ab: Lassen Sie sie vor dem Grundstückskauf beziffern.
Wohin mit dem Abwasser ohne Kanalisation?
Ist das Grundstück nicht an die öffentliche Kanalisation angeschlossen, braucht es eine Anlage zur dezentralen Abwasserentsorgung (assainissement non collectif) (Grube und Klärvorrichtung oder zugelassenes System), passend zur Wohnung und zum Grundstück.
Jede Gemeinde oder jeder Gemeindeverband hat einen SPANC, den öffentlichen Dienst für dezentrale Abwasserentsorgung. Er kontrolliert die Anlagen und berät Privatpersonen bei Planung und Wartung. Wenden Sie sich an ihn, bevor Sie eine Lösung wählen: Er prüft, ob das Projekt den Vorschriften entspricht.
Sind Trockentoiletten erlaubt?
Ja. Die Verordnung (arrêté) vom 7. September 2009, die die technischen Vorschriften der dezentralen Abwasserentsorgung festlegt, erlaubt Trockentoiletten ohne Wasserspülung, sofern sie keine Belästigung der Nachbarschaft, keine flüssigen Einleitungen außerhalb des Grundstücks und keine Verschmutzung der Gewässer verursachen. Die Rückstände müssen auf dem Grundstück verwertet werden, zum Beispiel durch Kompostierung.
Achtung: Trockentoiletten lösen nur die Frage der Toilette. Das Grauwasser (Spüle, Dusche, Waschbecken) muss weiterhin in einer vorschriftsmäßigen Anlage behandelt werden. Sprechen Sie mit dem SPANC darüber.
Kann man im Tiny House Regenwasser nutzen?
Ja, aber nur für bestimmte Zwecke. Seit dem 1. September 2024 regelt das Dekret Nr. 2024-796 in Frankreich die Nutzung von Regenwasser in Wohngebäuden. Es kann insbesondere verwendet werden für:
- die Toilettenspülung;
- das Reinigen von Böden im Innenraum;
- das Wäschewaschen, unter Bedingungen;
- das Bewässern von Garten und Gemüsebeet;
- das Reinigen von Außenflächen, einschließlich der Fahrzeugwäsche zu Hause.
Regenwasser darf niemals zum Trinken, Kochen, Geschirrspülen oder zur Körperpflege verwendet werden. Dafür braucht man Trinkwasser: aus dem öffentlichen Netz oder aus einer kontrollierten privaten Quelle.
Wie erzeugt man seinen eigenen Strom?
Solarmodule in Verbindung mit Batterien können den Bedarf eines Tiny House ganz oder teilweise decken. Die Auslegung hängt vom Verbrauch (Heizung, Warmwasser, Kochen, Haushaltsgeräte), von der Sonneneinstrahlung auf dem Grundstück und von der Jahreszeit ab: Im Winter sinkt die Produktion, wenn der Bedarf steigt. Lassen Sie Planung und Installation von einem qualifizierten Fachbetrieb ausführen.
Ein Punkt, auf den Sie achten sollten: Das Haus braucht eine Einspeisung, die zu seiner Ausstattung passt. Beim Skywood und beim Sharewood ist das ein einphasiger 32-A-Anschluss.
Anschluss oder Selbstversorgung: Wie wählt man?
- Öffentliche Netze: Komfort und Einfachheit im Alltag, aber Kosten für die Anschlussarbeiten und eine zwingend genehmigte Aufstellung.
- Selbstversorgung: freie Standortwahl und Genügsamkeit, aber Anfangsinvestition, Wartung und Aufmerksamkeit beim Verbrauch.
- Mischlösung: zum Beispiel Strom- und Trinkwasseranschluss, dazu Regenwassernutzung für Toilette und Garten.
Bei einer als dauerhafter Wohnsitz genutzten zerlegbaren Wohnstätte (résidence démontable), die nicht an die Netze angeschlossen ist, muss der Bauantrag eine Bescheinigung enthalten, aus der hervorgeht, wie Wasser, Abwasser, Strom und Brandschutz sichergestellt werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Kein dauerhafter Anschluss ohne baurechtliche Genehmigung (Artikel L111-12).
- Ohne Kanalisation: dezentrale Abwasserentsorgung, kontrolliert vom SPANC.
- Trockentoiletten sind erlaubt, aber das Grauwasser muss behandelt werden.
- Regenwasser: Toilette, Böden, Wäsche unter Bedingungen, Garten; niemals zum Trinken, Kochen oder Waschen.
- Denken Sie schon bei der Grundstückswahl an die Anschlüsse: Ihre Kosten hängen von der Entfernung zu den Netzen ab.
Hinweis: Dieser Ratgeber stellt die allgemeinen Regeln dar, geprüft zum angegebenen Datum. Er ersetzt keine individuelle Beratung: Lokale Vorschriften (PLU, Schutzgebiete, Risikozonen) können strenger sein. Wenden Sie sich für ein konkretes Projekt an das Bauamt Ihres Rathauses oder an die ADIL (Wohnungsinformationsstelle des Départements) Ihres Départements.
Quellen
- Französisches Städtebaugesetzbuch (Code de l’urbanisme), Artikel L111-12 (Anschluss an die Versorgungsnetze) — Légifrance
- Verordnung (arrêté) vom 7. September 2009 (technische Vorschriften für die dezentrale Abwasserentsorgung, einschließlich Trockentoiletten) — Légifrance
- Portal der dezentralen Abwasserentsorgung (französisches Ministerium für den ökologischen Wandel), der SPANC
- Dekret Nr. 2024-796 vom 12. Juli 2024 über die Nutzung von Wasser, das nicht für den menschlichen Gebrauch geeignet ist — Légifrance
- Französisches Städtebaugesetzbuch (Code de l’urbanisme), Artikel R111-51 (zerlegbare Wohnstätten) — Légifrance
- Préfecture d’Eure-et-Loir (DDT), Merkblatt „Die verschiedenen Arten zerlegbarer und mobiler Wohnstätten“
Nächste Schritte
Häufige Fragen
Kann man ein Tiny House ans Stromnetz anschließen?
Ja, wenn seine Aufstellung genehmigt ist: Der Code de l’urbanisme (französisches Baugesetzbuch) verbietet den dauerhaften Anschluss an die Versorgungsnetze für Bauwerke und Anlagen, die hätten genehmigt werden müssen und es nicht wurden (Artikel L111-12). Das Skywood und das Sharewood werden über einen einphasigen 32-A-Stecker versorgt.
Sind Trockentoiletten in einem Tiny House erlaubt?
Ja. In Frankreich erlaubt die Verordnung (arrêté) vom 7. September 2009 sie, sofern sie weder die Nachbarschaft belästigen noch Flüssigkeiten außerhalb des Grundstücks ableiten noch Gewässer verschmutzen. Grauwasser (Spüle, Dusche) muss dagegen von einer vorschriftsmäßigen Anlage behandelt werden.
Kann man gesammeltes Regenwasser trinken?
Nein. Das Dekret Nr. 2024-796 erlaubt Regenwasser für die Toilettenspülung, das Reinigen von Böden, unter Auflagen für die Wäsche, für die Bewässerung und für die Reinigung im Außenbereich, nicht aber zum Trinken, Kochen, Geschirrspülen oder für die Körperpflege.
An wen wendet man sich wegen der Abwasserentsorgung eines Tiny Houses?
An den SPANC (service public d’assainissement non collectif, öffentlicher Dienst für dezentrale Abwasserentsorgung) Ihrer Gemeinde oder Ihres Gemeindeverbands, wenn das Grundstück nicht an die Kanalisation angeschlossen ist. Er berät zur Planung der Anlage und prüft, ob sie den Vorschriften entspricht.
Tortue Lodge