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Tiny House oder Mobilheim: Was sind die Unterschiede?

Kurz gesagt

Der Unterschied ist vor allem rechtlich. Ein Tiny House auf Rädern, das fahren darf, ist ein Wohnwagen: Es kann auf einem Privatgrundstück abgestellt werden. Ein Mobilheim ist ein mobiles Freizeitheim, das laut französischer Straßenverkehrsordnung nicht fahren darf: Es steht nur auf einem Campingplatz, in einem Freizeitwohnpark oder einem Feriendorf.

Aus der Ferne betrachtet haben ein Tiny House und ein Mobilheim Gemeinsamkeiten: eine kleine Fläche, Räder, einen Preis unter dem eines Hauses. Doch ihr Status, die Orte, an denen man sie aufstellen darf, und ihre Bauweise haben nichts miteinander zu tun. So unterscheiden Sie sie, anhand der Definitionen des Code de l’urbanisme (französisches Städtebaugesetzbuch).

Was sagt das französische Städtebaugesetzbuch?

  • Wohnwagen (Artikel R111-47): bewohnbares Landfahrzeug für eine vorübergehende oder saisonale Freizeitnutzung, das seine Fahrfähigkeit dauerhaft behält und dessen Teilnahme am Straßenverkehr der Code de la route (französische Straßenverkehrsordnung) nicht verbietet.
  • Mobiles Freizeitheim, also das Mobilheim (résidence mobile de loisirs, RML; Artikel R111-41): bewohnbares Freizeit-Landfahrzeug, das Fahrvorrichtungen behält, mit denen es gezogen werden kann, dessen Teilnahme am Straßenverkehr der Code de la route jedoch verbietet.
  • Leichte Freizeitunterkunft (habitation légère de loisirs, HLL; Artikel R111-37): zerlegbarer oder transportierbarer Bau für eine vorübergehende oder saisonale Freizeitnutzung, etwa ein Campingchalet.
  • Zerlegbare Wohnstätte als dauerhafter Wohnsitz (résidence démontable; Artikel R111-51): Anlage ohne Fundament, die mindestens acht Monate im Jahr als Hauptwohnsitz bewohnt wird und sich leicht und schnell zerlegen lässt.

Ein Tiny House auf einem zugelassenen, fahrtüchtigen Anhänger gilt als Wohnwagen. Ohne seine Fahrfähigkeit und ganzjährig bewohnt, kann es als zerlegbare Wohnstätte gelten. Das ist die Position des Wohnungsbauministeriums, die 2019 vor dem Senat und 2024 vor der Nationalversammlung bekräftigt wurde.

Wo darf man was aufstellen?

Das ist der konkreteste Unterschied:

  • Das Mobilheim darf nur in Freizeitwohnparks (parcs résidentiels de loisirs), in für leichte Unterkünfte eingestuften Feriendörfern und auf ordnungsgemäß angelegten Campingplätzen aufgestellt werden, mit Ausnahme naturnaher Zeltplätze (aires naturelles de camping) (Artikel R111-42). Nicht in einem privaten Garten.
  • Das Tiny House auf Rädern darf als Wohnwagen auf einem Privatgrundstück abgestellt werden: ohne Formalitäten bis zu drei Monate im Jahr, darüber hinaus mit einer Bauvoranzeige (déclaration préalable), unter Einhaltung des PLU (kommunaler Bebauungsplan).
  • Das Tiny House als dauerhafter Wohnsitz fällt unter die Regelung für zerlegbare Wohnstätten: Für die Herrichtung des Grundstücks ist je nach Gesamtfläche eine Bauvoranzeige oder eine Erschließungsgenehmigung (permis d’aménager) nötig.

Alle Fälle erläutert unser Ratgeber Wo man ein Tiny House aufstellen kann.

Lässt sich ein Mobilheim wie ein Tiny House versetzen?

Nein. Ein Mobilheim behält zwar Räder und Deichsel, doch der Code de la route verbietet seine Teilnahme am Straßenverkehr: Es muss als Ladung von einem Transportunternehmen befördert werden. Ein Tiny House auf einem zugelassenen Anhänger darf auf der Straße fahren, gezogen von einem geeigneten Fahrzeug und von einem Fahrer mit dem richtigen Führerschein. Siehe unseren Ratgeber zum Transport eines Tiny House.

Was ändert sich bei der Bauweise?

Der Code de l’urbanisme beschreibt nicht, wie diese Wohnformen gebaut werden: Die Unterschiede ergeben sich aus den Entscheidungen jedes Herstellers. Stellen Sie zum Vergleich jedem Verkäufer dieselben Fragen:

  • Tragwerk und Fassadenverkleidung: welche Materialien, welche Stärke?
  • Dämmung: welcher Dämmstoff, welche Stärke in Wänden, Boden und Dach? Ist sie für die Nutzung im Winter ausgelegt?
  • Lüftung: einfache Abluft oder Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung?
  • Fenster und Türen: welches Material, welche Verglasung?
  • Fahrgestell: straßenzugelassener Anhänger oder Mobilheim-Fahrgestell?

Bei Tortue Lodge zum Beispiel ist das Skywood auf einem Tandemachs-Anhänger mit 3,5 t aus verzinktem Stahl gebaut, mit Steinwolldämmung von mindestens 10 cm in den Wänden und 14 cm unter dem Boden, Lärchenverkleidung und einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Siehe unsere Ratgeber zur Dämmung und zur Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.

Wofür eignet sich was?

  • Mobilheim: Freizeitaufenthalte auf einem Campingplatz oder in einem Freizeitwohnpark, saisonale Vermietung durch den Betreiber des Geländes.
  • Tiny House auf Rädern: Zweitwohnsitz, Aufenthalte auf dem eigenen Grundstück, Gartenbüro oder -werkstatt, berufliche Tätigkeit, mit der Möglichkeit, das Haus zu versetzen.
  • Tiny House als dauerhafter Wohnsitz: Hauptwohnsitz, nach der Regelung für zerlegbare Wohnstätten.

Unser Sortiment umfasst übrigens ein Modell vom Typ Mobile Home mit 35 m² und zwei Schlafzimmern: Sein Status hängt, wie bei jedem Haus, davon ab, wie es aufgestellt und genutzt wird.

Wie wählen?

  1. Wenn Sie über einen Stellplatz auf einem Campingplatz oder in einem Freizeitwohnpark verfügen und eine Freizeitnutzung planen, ist das Mobilheim geeignet.
  2. Wenn Sie das Haus auf Ihrem Grundstück aufstellen oder es versetzen können möchten, ist das Tiny House auf Rädern die Lösung.
  3. Wenn Sie ganzjährig darin wohnen möchten, orientieren Sie sich an der Regelung für zerlegbare Wohnstätten oder an einem genehmigten Bauwerk: siehe Ganzjährig im Tiny House wohnen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mobilheim = mobiles Freizeitheim, darf nicht auf der Straße fahren, nur auf Campingplätzen, in Freizeitwohnparks und Feriendörfern.
  • Tiny House auf Rädern = Wohnwagen, darf auf der Straße fahren, auf einem Privatgrundstück im Rahmen des Städtebaugesetzbuchs möglich.
  • Die Bauqualität hängt vom Hersteller ab: Vergleichen Sie Dämmung, Lüftung, Fenster und Türen sowie Fahrgestell.

Quellen

Nächste Schritte

Häufige Fragen

Ist ein Tiny House ein Mobilheim?

Nein. Ein Tiny House auf einem typgenehmigten Anhänger, das auf der Straße bewegt werden kann, ist rechtlich ein Wohnwagen (Artikel R111-47 des Code de l’urbanisme, französisches Baugesetzbuch). Ein Mobilheim ist ein mobiles Freizeitheim (résidence mobile de loisirs, RML), das laut Code de la route (französische Straßenverkehrsordnung) nicht auf der Straße bewegt werden darf (Artikel R111-41). Für beide gelten unterschiedliche zulässige Standorte.

Darf man ein Mobilheim in seinen Garten stellen?

Nein. Der Code de l’urbanisme (französisches Baugesetzbuch) beschränkt die Aufstellung mobiler Freizeitheime (résidences mobiles de loisirs) auf Freizeitwohnparks, als leichte Unterkünfte klassifizierte Feriendörfer und ordnungsgemäß angelegte Campingplätze (Artikel R111-42).

Darf ein Tiny House auf der Straße fahren?

Ja, wenn es auf einem typgenehmigten und zugelassenen Anhänger gebaut ist, die Straßenabmessungen einhält (höchstens 2,55 m breit) und von einem geeigneten Fahrzeug gezogen wird, dessen Fahrer den Führerschein für das Gewicht des Gespanns besitzt.

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